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Die Bedrohung durch invasive nicht-heimische Flusskrebse

Invasive gebietsfremde Flusskrebse stellen aktuell die größte Bedrohung für unsere heimischen Flusskrebsarten dar. Dabei kann bereits ein einzelnes Tier ganze Flusskrebsbestände ausrotten.


Nur wenige wissen, dass die Bäche und Flüsse Baden-Württembergs auch Lebensraum unserer heimischen Flusskrebse, des Steinkrebs, des Dohlenkrebs und des Edelkrebs sind. Diese heimischen Arten sind jedoch in ihren Beständen stark bedroht. Neben dem zunehmenden Verlust von Habitaten und Gewässerverunreinigung stellen invasive gebietsfremde Arten die mit Abstand größte Bedrohung für heimische Flusskrebse dar. Die voranschreitende Ausbreitung und Verschleppung invasiver Flusskrebsarten, wie z.B. des Signalkrebses oder des Kamberkrebses, hat verheerende Auswirkungen auf die bereits besonders bedrohten Arten. Einmal in einem neuen Gewässer angekommen, sind sie als direkte Konkurrenten und Überträger der Krebspest in der Lage, die heimischen Arten innerhalb kurzer Zeit vollständig in ihrem Lebensraum auszurotten.

Die Krebspest ist eine in den meisten Fällen für heimische Krebsarten tödlich verlaufende Pilz-Krankheit. Die Tierseuche wird durch einen Scheinpilz (Aphanomyces astaci) übertragen. Invasive Arten werden dabei vom Erreger ebenfalls befallen. Sie sind jedoch deutlich resistenter und fungieren so als Überträger der Krankheit. Das Einwandern oder Verschleppen infizierter Tiere stellt somit selbst bereits im Einzelfall ein immens hohes Risiko für unsere Bäche und Flüsse dar.

Die Übertragung erfolgt über Zoosporen. Zoosporen sind im Wasser frei bewegliche Entwicklungsstadien des Scheinpilzes. Verendet beispielsweise ein infizierter Krebs, so werden sie ins Wasser freigesetzt. Daher kann selbst eine geringe Menge Wasser an Stiefeln, Booten oder am Gefieder von Wasservögeln potentiell zu Ausbreitung dieser heimtückischen Tierseuche beitragen. Es ist daher stets ratsam den unmittelbaren Gewässerübertritt von einem Bach, Fluss, See und Weiher auf einen anderen zu vermeiden.

 

Krebsschutz-Projekte by unio

unio – river sciences engagiert sich aktiv im Schutz unserer heimischen Flusskrebse. Wir sind Mitglied im forum flusskrebse, Österreich und haben in der Vergangenheit zahlreiche Krebsschutzprojekte mit Behörden, Kommunen und Unternehmen umgesetzt. 
Kontaktieren Sie uns, wenn Sie sich auch für die am stärksten gefährdeten Arten unserer heimischen Gewässern einsetzen und uns bei Krebsschutzprojekten unterstützen wollen!